CHRONIK

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Aufstieg und Reise durch Europa

Im Spieljahr 2011/2012, also nur zwei Jahre nach dem Aufstieg in die zweithöchste Spielklasse, schaffte der WAC erstmals in der Vereinsgeschichte den Aufstieg in die damalige Tipp3 Bundesliga powered by T-mobile, die höchste Spielklasse Österreichs. Nach einer hervorragenden Saison, in der sich der WAC den Großteil der Spielrunden an der Tabellenspitze wiederfand, konnte man schon eine Runde vor Saisonende den Meistertitel fixieren. Das Spiel gegen die First Vienna wurde auswärts mit 3:1 gewonnen, gleichzeitig schaffte Grödig gegen unseren ersten Verfolger ein Unentschieden. Somit waren die Wölfe uneinholbar auf Platz 1 in der Tabelle.
Der RZ Pellets WAC/St.Andrä beschloss in der Hauptversammlung 2012 einstimmig die Trennung zwischen Wolfsberg und St. Andrä. Der Bundesligaverein startete in die Bundesligasaison 2012/13 mit dem Namen RZ Pellets WAC (Wolfsberger Athletiksport Club). Der Vereinssitz ist in Wolfsberg, Don-Bosco-Weg 1. Der Sportklub St. Andrä gründete sich neu und startete in der 2. Klasse. Mittlerweile gehen die St. Andräer unter dem Namen SG St. Andrä/WAC Juniors in der Kärntnerliga auf Punktejagd. 

Gleich in der ersten Bundesligasaison der Vereinsgeschichte sorgten die Wölfe für Furore. Bis zur allerletzten Sekunde befand sich der RZ Pellets WAC im Rennen um die Europacup-Plätze. Am letzten Spieltag kam es im Fernduell mit Sturm Graz und der SV Ried um den 5. Platz der für die Qualifikation an der UEFA Europa League berechtigte. Selbst hatte man den FC Wacker Innsbruck zu Gast, für den es am letzten Spieltag um den Abstieg ging. Die Wölfe gingen bis zur 50. Minute mit 2:0 in Führung und da beide Kontrahenten ebenfalls zurücklagen schien es, dass den Lavanttalern gleich in der Premierensaison der Sprung nach Europa gelingt. Binnen 6 Minuten konnten die Tiroler diese turbulente Partie jedoch drehen und somit belegten die Wolfsberger in ihrer ersten Bundesligasaison den 5. Platz der Endtabelle.
Im Laufe der zweiten Saison wurde Dietmar Kühbauer, nach dem Abgang von Aufstiegstrainer Nenad Bjelica und der Trennung seines Nachfolgers Slobodan Grubor, als Trainer des RZ Pellets WAC verpflichtet. In seiner ersten Spielzeit erreichte er mit der Mannschaft schlussendlich den 7. Tabellenplatz. In der Saison 2014/15 legten die Wolfsberger einen Traumstart hin und übernahmen am 8. Spieltag und einem 1:0 Erfolg gegen Ligakrösus Salzburg zum ersten Mal die Tabellenführung der Bundesliga. Am Ende reichte es für den 5. Platz, der gleichbedeutend mit der Teilnahme an der 2. Qualifikationsrunde der UEFA Europa League war. Das erste europäische Pflichtspiel bestritt man gegen den weißrussischen Vertreter aus Soligorsk und schaffte diese Hürde. In der 3. Runde zog man mit Borussia Dortmund einen der namhaftesten Vereine in Europa. Die Überraschung blieb leider aus, doch erinnert man sich gerne noch an diese tolle Begegnung mit dem deutschen Traditionsverein. In der Liga konnten die Lavanttaler jedoch nicht an die Leistungen der Vorsaison anknüpfen und so folgte Heimo Pfeifenberger auf Dietmar Kühbauer als Trainer. 

In den beiden darauffolgenden Saisonen fand sich der WAC immer am hinteren Ende der Tabelle wieder. Den Abstieg konnten die Wölfe jedoch immer verhindern. Zur Saison 2018/2019 wurde die Bundesliga auf 12 Teams aufgestockt und ein neuer Spielmodus bestehend aus Grunddurchgang und zwei separaten Playoff-Gruppen eingeführt. Der RZ Pellets WAC ging mit Christian Ilzer auch mit einem neuen Cheftrainer in diese Spielzeit. Viele neue Spieler und eine neue Spielanlage besorgten den Wolfsbergern am Ende der Saison den bisher größten Erfolg in der Vereinsgeschichte. Der 3. Platz berechtigte zur Teilnahme an der UEFA Europa League Gruppenphase. In diese ging man, nach dem Abgang von Ilzer, mit Gerhard Struber und sorgte gleich am ersten Spieltag der Gruppe J für mächtig Furore. Im ersten Spiel konnte man den damaligen Tabellenführer der Deutschen Bundesliga, Borussia Mönchengladbach, auswärts mit 4:0 besiegen. Es sollte jedoch nicht der letzte große Auftritt der Wölfe in Europa sein. Gegen den AS Rom holte der WAC in beiden Partien ein Unentschieden, musste sich aber am Ende mit 5 Punkten in der Gruppenphase vorzeitig von der UEFA Europa League verabschieden. Auf Gerhard Struber, den es mitten in der Saison nach England zog, folgte Ferdinand Feldhofer als Trainer der Lavanttaler. Er konnte den Erfolgslauf in Wolfsberg weiterführen und so belegte man am Ende der Saison 2019/20 wieder den 3. Platz und war dadurch abermals für die Gruppenphase der Europa League berechtigt. 

In einer Gruppe mit ZSKA Moskau, Feyenoord Rotterdam und Dinamo Zagreb konnten die Wölfe mit einem 1:4 Auswärtssieg in Holland abermals für ein Ausrufezeichen in Europa sorgen. Am letzten Spieltag kam es im Klagenfurter Wörthersee Stadion zum bis dato wohl wichtigsten Spiel in der 90-jährigen Vereinsgeschichte. Am 10.12.2020 traf man auf Feyenoord Rotterdam und es ging um den Aufstieg ins Sechzehntelfinale der UEFA Europa League. Durch ein Tor von Dejan Joveljic konnten die Wölfe das Spiel mit 1:0 für sich entscheiden und es brachen alle Dämme. Gegen aller Prognosen überstanden die Lavanttaler diese Gruppe mit europäischen Spitzenklubs und waren im Lostopf der besten 32 Mannschaften mit dabei. Bei der anschließenden Auslosung bekam man Tottenham Hotspurs, mit dem damaligen Star-Trainer Jose Mourinho zugelost. Beide Spiele gingen zwar deutlich verloren, dennoch verabschiedete sich der RZ Pellets WAC mit erhobenen Hauptes aus Europa. In der Liga reichte es im Meisterplayoff für Platz 5 und die Wölfe mussten ins Playoff gegen die Wiener Austria, um den verbleibenden Startplatz zur Europa Conference League Qualifikation auszuspielen. Dort setzte sich die Austria Wien in Hin- und Rückspiel aber gegen den WAC durch.
Seit der Saison 2021/22 sitzt Robin Dutt auf der Trainerbank und die Reise des RZ Pellets WAC ist noch lange nicht zu Ende…

14/08/2022 17:00
Red Bull Arena